Sound7.de - The christian music channel interviewte Beate Ling zur Veröffentlichung Ihrer neuen CD "green". Dort besteht auch die Möglichkeit in drei der neuen Songs von "green" reinzuhören.

Beate Ling im Interview
"Nah am Original, aber dennoch frei"


Keith Green. Kaum jemand wühlte die christliche Szene so sehr auf wie er. Sowohl mit seiner Botschaft, als auch mit seiner Musik. Letztes Jahr im Sommer hatte er seinen 20ten Todestag, dieses Jahr wäre er 50 Jahre alt geworden.

Keith Green. Kaum jemand sorgte für soviel Unruhe wie er. An ihm schieden und scheiden sich die Geister. Zu seinen Lebzeiten, genauso wie heute. Für die einen war er zu radikal, für die anderen zu engstirnig - wieder andere fanden ihn genau richtig. Doch so sehr über ihn und seine Ansichten auch diskutiert wurde: Respekt und Anerkennung für sein Leben erhält er von fast allen Seiten.

So auch von Beate Ling. Mit ihrem neuem Konzeptalbum "Green" zollt sie Keith Green auf ihre Weise Respekt und Achtung. Zwölf Songs von Keith Green interpretierte sie neu - mit deutschen Texten.

SOUND7.DE-Redakteur Benjamin Lechner sprach mit Beate Ling über die Produktion und die Hintergründe.

Wie ist es eigentlich überhaupt zu der Idee gekommen?

Nach meiner letzten Produktion "So Weit So Gut" stand ich vor einem Problem: "So Weit So Gut" war sehr tiefgehend und sehr persönlich. Ein schlichtes Song-Album wollte ich dem nicht nachsetzen.

Ich suchte darum nach einem Projekt, das einen Vergleich mit "So Weit So Gut" nicht scheut, ihn aber auch nicht unmittelbar zulässt. Durch einen zündenden Gedanken, ausgelöst durch ein Gespräch mit Christoph Zehendner (siehe "Green"-Tagebuch in den Credits), und vor allem dadurch, dass mir Keith Green nicht fremd war, entstand die Idee.

War es einfach, sich mit Keith Green, seinem Leben und seinen Songs auseinanderzusetzen?

Für mich war es ganz klar eine inhaltliche Herausforderung. Die Idee war da, doch immer wieder stellte ich mir Fragen wie: Bin ich auf der richtigen Spur? Was ist Recht? Was wollte Keith? Was fordert er? Aber auch: Welcher Song passt zu mir, aus diesem Angebot von über 70 Liedern.

Dies alles hatte zur Folge, dass ich mich sehr intensiv mit ihm auseinander setzte. In dieser Zeit kamen in mir eine ganze Reihe von Fragen auf. Dennoch blieb immer die Neugier und auch der Wunsch, ihn und seine Botschaft Menschen wieder ins Bewusstsein zu rufen und sich mit ihm auseinanderzusetzen.

"Green" ist ein deutschsprachiges Album. In welcher Form und von wem sind die Texte übersetzt worden?

Die deutschen Texte sind von: Martin Buchholz, Albrecht Gralle, Andreas Malessa, Manfred Siebald, Jürgen Werth und Christoph Zehendner. Sie sind keine reinen Übersetzungen. Ziel war es von vornherein, starke deutsche Texte auf "Green" zu haben.
Meistens ist "der" zündende Gedanke aus dem Original-Song genommen, aus dem der deutsche Song dann gestrickt wurde. Die Texte sind somit nah am Original, aber dennoch frei.

Was mich sehr freut ist, dass die Titel der deutschen Songs den Original-Titeln sehr ähneln. Wie zum Beispiel "Deine Liebe lebt". Der Original-Titel heißt "Your Love Broke Through", "Unbegreiflich" - "I Can't Believe It" oder "Stained Glass" - "Wie Buntes Fensterglas".

Bei der Songauswahl für "Green" hast du Keiths Worship-Songs komplett ausgelassen?

Ja, mit Absicht. "Green" ist ein Konzeptalbum, das auf mich zu geschnitten ist und eben ein neues Soloalbum darstellt. Aus diesem Grund habe ich Worship-Songs von vornherein ausgeschlossen.

Was ist dein Ziel, dass du mit "Green" verfolgst?

In erster Linie wollte ich Keith eine Ehrerbietung bringen und ihn wieder in die Erinnerung der Menschen rufen. Außerdem wollte ich Songs auf meinem Album haben, die in das Alltagsleben von Christen sprechen. Keith Green hat ehrlich und radikal seinen Glauben gelebt. Wie kann ich das auch, kann ich das selbst? Ich möchte mit meinen Songs vor allem Christen motivieren. Die Langzeitwirkung soll natürlich sein, dass man sich mit den Songs näher beschäftigt.

Was ist dein Favorit auf "Green"?

Das ist sehr schwierig zu beantworten. Meine Favoriten wechseln fast täglich - es sind ja zwölf tolle Songs. Spontan würde ich "Ich Lasse Deine Hand Nicht Los" und "Sommerschnee" nennen. Vor allem "Sommerschnee", weil es um das Thema geht, alle Zeit bereit zu sein für Jesu' Wiederkunft. Musikalisch ist der Song auch sehr interessant.

Nach dem du dich sehr intensiv und lange mit Keith Green auseinander gesetzt hast: Was denkst du über ihn?

Dieser Mann meinte es ernst. Er wollte, egal was es kostete, Gott gefällig leben. Er war provokant, knallhart, radikal, manchmal verletzend. Dennoch war er nicht nur der Revolutionär; er legte auch Wert, vor allem am Ende seines Lebens, auf die Gnade und Liebe Gottes, auf das bedingungslose "Ja" von Gott.

In einigen Tagen erscheint "Green" bei Gerth Medien. Was sagst du rückblickend über die Zeit der Entstehung?

Es war alles eine sehr runde Sache. Vom Verlag über den Produzenten, meinem langjährigen, musikalischen Begleiter Hans-Werner Scharnowski, bis hin zu den Arrangements, wofür wir noch Henk Pool aus Holland gewinnen konnten. Insgesamt war die Zeit sehr berührend, sehr tiefgehend. Vor allem die Zeit im Studio war für alle Beteiligten eine echte Herausforderung. Jetzt bin ich glücklich über die Produktion.

Wie sieht der Ausblick für dich aus?

Ich werde jetzt vermehrt auf Tour mit meinem "Green"-Programm gehen. Interessierte Veranstalter können sich an mein Management wenden: Carsten Fuchs. Im Herbst ist eine Tournee mit Unplugged-Band geplant, darauf freue ich mich jetzt schon. Ansonsten läuft es bei mir ganz normal weiter. Ab jetzt halt bloß in grün.

Vielen Dank für das Interview.


Das Interview findet ihr auch unter http://www.sound7.de/article.php?article=1110&channel=1